Waldbaden: Aufleben im Wald, so funktioniert’s!

Waldbaden kommt ursprünglich aus Japan und gilt dort als Bestandteil eines guten Lebensstils. Man taucht in die Waldatmosphäre ein, um zu entschleunigen. Aber was genau kann man sich darunter vorstellen? Werden dabei Bäume umarmt? Oder stundenlang meditiert?

Waldpädagogin Kordula Gmoser verneint: „Es geht beim Waldbaden darum, dass man im Wald neue Lebensenergie tankt und dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Neben Entspannungsübungen können auch gemeinsame Aktivitäten und bewusstes Wahrnehmen, ja sogar gemeinsam Spaß haben, Teil dieses Auflebens im Wald sein.“ Im Rahmen der Waldbaden-Spezialtage im Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf unterstützen Waldpädagogin Kordula Gmoser und Regina Pußwald, zertifizierte Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin, die Gäste dabei.

Doch gibt es keineswegs ein starres Programm, sondern es wird individuell auf die jeweiligen Gruppen eingegangen, erläutert Gmoser. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen sind. Bei manchen ist mehr Aktivität gefragt, bei anderen sind ruhige Entspannungsübungen genau das Richtige. Deshalb haben wir gewissermaßen einen Baukasten, aus dem wir die individuell richtigen Dinge zusammenstellen.“

Teile dieses „Baukastens“ – und damit mögliche Aktivitäten beim Waldbaden – sind unter anderem:

„Bäume essen“

Man nehme frische Fichten-Triebe („Maiwipferl“), schneidet sie klein, wälzt den Frischkäse darin und streicht ihn dann auf frisches Bauernbrot – die perfekte Jause beim Waldbaden. Und auch hier gilt: Man lernt nie aus, erzählt Gmoser. „Es gibt immer wieder das Vorurteil, dass Fichtennadeln im Hals kratzen. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall und es freut mich immer wieder, wenn die Teilnehmer durch das Verkosten auf den Geschmack gekommen sind. Eine Teilnehmerin war sogar so begeistert, dass sie ihr Erlebnis unbedingt weitererzählen wollte. Dazu meinte sie schmunzelnd: „Das glaubt mir kein Mensch, dass ich einen Baum gegessen habe.“

Kreatives Schreiben im Wald

Wie inspirierend der Wald für das kreative Schreiben ist, zeigt das Gedicht von Familie Tretenhahn, das im Zuge des Waldbadens im Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf entstanden ist:

Mein Name ist Quelli, mein Schnabel ist schårf.
Ich bin der Thermalspecht von Waltersdorf. 
Wenn ich die Buchen und Fichten pecke,
flüchten Käfer, Wurm und steirische Zecke. 
Seh‘ ich die Badenden im Wald,
muss ich lachen, und zwar bald.

Denn mit geschlossenen Lidern 
und mit verkrampften Gliedern,
ertasten sie Zapfen, Rinde und Stamm. 
Im Kampf mit Raupe und Gelsen fragen sie wann,
ja wann fängt denn die Achtsamkeit an. 
Diese lernen wir hier und da
von Waldbademeisterin Kordula.

Einfach mal genau hinschauen und neugierig sein …

Welcher Vogel zwitschert hier gerade? War das ein Reh-Kitz, das wir eben gehört haben? Und wie funktioniert eigentlich das Zusammenleben von Waldameisen? „Beim Waldbaden wird die Aufmerksamkeit für die unmittelbare Umgebung geschult. Für viele ist es eine ganz neue Erfahrung, wenn man wie ein kleines Kind ganz aufmerksam die Ameisen beobachtet und sich dann Gedanken über das Leben dieser kleinen Erdbewohner macht. Dabei tauchen dann oft Fragen auf, die ich dann natürlich auch gerne beantworte. So lernt man beim Waldbaden auch den Wald und seine Bewohner besser kennen“, erzählt Gmoser von ihren Erfahrungen.

Vertrauen und Aufmerksamkeit schulen

Bei dieser Partnerübung wird mit verbundenen Augen durch eine Art Wald-Labyrinth geführt. Ziel ist es, gegenseitiges Vertrauen zu spüren und auch zu trainieren. Immerhin legt man dem Partner die Verantwortung dafür in die Hände, dass man nicht gegen dem nächsten Baum läuft. Auch ermöglicht es diese Übung, das Riechen, Spüren und Hören zu intensivieren. Wenn der Seh-Sinn „wegfällt“, kann man seine Aufmerksamkeit stärker auf die anderen Sinne verlagern. Wie fühlt es sich an, über den Waldboden zu gehen? Welche Gedanken kommen in mir hoch, wenn ich bewusst dem Vogelgezwitscher lausche?

Der Wald als perfekter Ort für Entspannungstraining

Das Waldbaden kann auch eine Möglichkeit sein, Entspannungstraining auszuprobieren. Regina Pußwald, zertifizierte Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin in der Heiltherme Bad Waltersdorf, betont in diesem Zusammenhang: „Es ist am Anfang ganz wichtig, herauszufinden, was für einen passt. Einfach ausprobieren und sehen, was einem Spaß macht. Es gibt Menschen, die können bei Fantasiereisen super entspannen, andere wieder gar nicht. Da ist es ganz wichtig, jene Form zu finden, die einem guttut.“ Regina nennt einige Beispiele:

  • Meditieren im Wald: Ein besonders schöner und ruhiger Ort im Wald kann helfen, die Gedanken schneller zur Ruhe zu bringen.
  • Achtsames Essen im Wald: Man nimmt einen Picknickkorb mit in den Wald, setzt sich dann in Ruhe hin und isst ganz bewusst und achtsam.
  • Progressive Muskelentspannung: Dabei werden verschiedene Muskelgruppen bewusst an- und wieder entspannt, um seinen Körper besser zu spüren.
  • Fantasiereise: Dazu nimmt man sich Aufnahmen mit in den Wald, die man sich anhört (z. B. eine Geschichte, durch die Bilder im Kopf entstehen).

Und es muss gar nicht immer eine spezielle „Übung“ sein. Auch indem man „einfach“ bewusst und achtsam durch den Wald geht, sich ein gemütliches Plätzchen sucht und bewusst wahrnimmt, was man sieht, hört, spürt und schmeckt, kann man sich entspannen.

Waldbaden im Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf

Aufleben im natürlichen Lebensraum Wald: 4 Hektar Wald rund um das Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf bieten ausreichend Platz, den Wald mit allen Sinnen zu erleben. Das Paket inkludiert geführte Mediationen mit Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin Regina Pußwald und Waldbaden-Einheiten mit Waldpädagogin Kordula Gmoser. TOP-Inklusivleistungen des Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf für 3 Tage/2 Nächte inbegriffen.

  • Termine: 23. – 25. Juli 2021, 10. bis 12. September 2021

Waldbaden im Quellenhotel

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