Bei Kälte Laufen?

Kaum zu glauben, aber die Wissenschaft hat schon einiges zum Thema „Sport bei Kälte“ herausgefunden. Kurz gesagt, kann man die allgemein gültige wissenschaftliche Empfehlung so formulieren: Laufen im Freien ist an „normal kalten“ Wintertagen kein Problem…

„Besser noch… es ist sogar sehr zu empfehlen“ sagt Sportwissenschafter und OPTIMUM®-Coach Mag. Bernd Haas!

Der menschliche Körper ist nämlich anpassungsfähig. Er kann nämlich sowohl bei außergewöhnlicher Wärme als auch bei Kälte auf Hochtouren arbeiten. Man muss ihm nur die notwendige Zeit geben um sich zu gewöhnen. Und auch das persönliche Temperaturempfinden ist bis zu einem gewissen Grad trainierbar.

Die perfekte Temperatur für sportliche Topleistungen liegt lt. Studien bei rd. 5 Grad

Belegte „Kaltlauf“-Studien

• Bostoner Wissenschafter haben zum Beispiel herausgefunden, dass bei Temperaturen zwischen 1 und 10 Grad im Schnitt bessere Ergebnisse erzielt werden als bei vermeintlich idealen Lauftemperaturen zwischen 10 und 20 Grad. Die Temperatur für Topleistungen liegt demnach bei 5 Grad.
• Eine Universität in North Carolina bestätigt, dass regelmäßiges Ausdauertraining bei Kälte viermal besser gegen depressive Stimmungen wirkt.
• Sportwissenschaftliche Tests an Universitäten in Deutschland haben gezeigt, dass deutliche Leistungssteigerungen festgehalten werden konnten wenn die Sportler vor Ihrem gewohnten Training für 2 Minuten in eine Kältekammer „gesteckt“ wurden.
• Auch „Eisbäder“ in Mannschaftssportart, wie zB Fußball, speziell bei kurz aufeinanderfolgenden großen Belastungen, zeigten positive Effekte und sind schon längst Teil der Trainingssteuerung.

Dein Körper als „Heizkörper“

Bei körperlicher Anstrengung produziert der Körper Wärme. Wenn es jetzt draußen übertrieben warm ist, hat der Körper große Probleme diese Wärme loszuwerden. Dadurch kommt es zu einem zusätzlichen Anstieg der Herzfrequenz. Ist es jetzt dagegen kalt, nutzt der Körper die entstehende Wärme einfach um sich vor dem Auskühlen zu schützen.
Eine weitere Erklärung warum tiefe Temperaturen höhere Leistungen erzeugen: Der Körper schickt zur Kühlung der Körperoberfläche bei hohen Temperaturen Blut durch die Haut. Genau dieses Blut fehlt dem Körper dann aber wiederum in der arbeitenden Muskulatur.
Wenn wir jetzt aber einmal den Leistungsgedanken beiseite lassen, ist vorrangig zu erwähnen, dass Menschen die im Winter Sport an der frischen Luft betreiben, viel seltener an Erkältungskrankheiten leiden. Auch wenn ein Sportler einmal eine Verkühlung einfangen würde, dauert der Heilungsprozess im Schnitt nur halb so lang, belegt ebenso eine Studie einer amerikanischen Universität. Es verhält sich ähnlich dem Saunieren oder dem Wechselduschen: Wird der Körper regelmäßigen Temperaturunterschieden ausgesetzt, fördert das die Durchblutung – und somit das Immunsystem.
Aber bitte beachten: nicht an ganz kalten Tagen!
Ganz generell gelten Temperaturen ab etwa minus 15 Grad als grenzwertig für die Sportausübung im Freien. Ab minus 20 wird endgültig davon abgeraten.

Bei niedrigeren Temperaturen empfiehlt es sich das Lauftempo zu drosseln

Die Begründung

Kalte Luft entzieht den Schleimhäuten Feuchtigkeit und reizt Bronchien sowie Lungengefäße. Dadurch ist der Körper wieder anfälliger für Infekte. Daher ist es bei tieferen Temperaturen zu empfehlen, durch die Nase zu atmen damit die Luft „vorgewärmt“ wird. Um das auch zu gewährleisten ist es jedoch notwendig das Lauftempo zu drosseln. Denn je größer die Anstrengung, desto tiefer wird die Luft in die Lunge eingesaugt – und das geschieht wiederum vermehrt durch den Mund.

Ein weiterer Grund besteht darin, dass der Körper irgendwann mit der Wärmeproduktion nicht mehr nachkommt und zu zittern beginnt. Zittern ist eine unwillkürliche Muskelkontraktion zur Wärmeproduktion – sozusagen unser Notprogramm. Jetzt bleiben dem Körper kaum noch Energiereserven übrig.
Und wenn wir ehrlich sind, macht es auch überhaupt keinen Spaß, wenn man die ganze Zeit nur zittert und bibbert.

Was man an kalten Tagen noch für sein Immunsystem tun kann

Experten-Tipps für ein starkes Immunsystem

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