EIN GEFÜHL, DAS UNTER DIE HAUT GEHT
Der leichte Druck von warmen Händen. Ein Tropfen Öl auf der Haut. Ein sanfter Kuss. Barfuß durchs taufrische Gras. Berührung ist der direkteste Weg ins Fühlen – und oft der schnellste Weg zurück zu uns selbst. Was banal klingt, geht in Wahrheit tief unter die Haut. Nehmen wir uns Zeit, einen genaueren Blick darauf zu werfen.
FÜHLEN – DER UNTERSCHÄTZTE SUPERSINN
In der Alltagssprache steht “Fühlen” für alles, was wir körperlich oder emotional wahrnehmen. Berührung, Kälte, Wärme, Druck, Schmerz – aber auch Freude, Angst oder Verbundenheit.
Streng genommen ist Fühlen dem Tastsinn zugeordnet. Er wird auch als taktiler Sinn oder Hautsinn bezeichnet. Die Haut ist mit rund zwei Quadratmetern Oberfläche unser größtes Organ. Millionen von Rezeptoren nehmen Reize blitzschnell wahr und leiten sie an das Gehirn weiter. Besonders feinfühlig sind Lippen, Fingerspitzen und Fußsohlen. Dort sitzen besonders viele Rezeptoren. Sie liegen in der Lederhaut, knapp unter der sichtbaren Hautoberfläche. Schon ein kleines Stück Konfetti, das aus zehn Metern Höhe auf unseren Arm fällt, wird von unserem Tastsinn wahrgenommen. Unser Gehirn bekommt sofort die Botschaft: Da ist etwas.
Und nicht nur das: Dank unseres Tastsinns und der sogenannten Tiefensensibilität spüren wir auch mit geschlossenen Augen, wo sich unsere Körperteile gerade befinden.
WOHLTUENDE GÄNSEHAUTMOMENTE
Doch fühlen ist weit mehr als bloßer Hautkontakt.
Wenn uns jemand bei einem Spaziergang an der Hand hält, wir sanft massiert werden oder warmes Thermalwasser unseren Körper umhüllt, senden Rezeptoren in Sekundenschnelle Signale an verschiedene Bereiche im Gehirn. Dort werden je nach Situation Botenstoffe ausgeschüttet. Etwa Oxytocin, das oft auch als Liebes- oder Kuschelhormon bezeichnet wird. Nicht ohne Grund werden Neugeborene nach der Geburt unmittelbar auf die Brust der Mutter gelegt. Berührung stärkt die Bindung und kann Stress und Ängste mildern.
Wie wichtig der Tastsinn für uns Menschen ist, beschreibt auch der Wahrnehmungspsychologe Martin Grunwald in seinem Buch “Homo hapticus”. Er betont, dass der menschliche Organismus ohne ausreichende Berührung in der frühen Kindheit nicht richtig wachsen kann – weder körperlich noch neuronal.
Und dann gibt es noch dieses kleine Wunder namens Gänsehaut. Sie ist eine unmittelbare Antwort unseres Gehirns auf einen bestimmten Reiz. Manchmal körperlich. Manchmal emotional.
BERÜHRUNG ALS ERSTE-HILFE-MASSNAHME
Wir alle wissen: Eine liebevolle Umarmung tröstet oft mehr als tausend Worte. Das liegt auch daran, dass Berührung das parasympathische Nervensystem aktiviert. Also jenen Teil unseres Nervensystems, der für Erholung, Regeneration und Entspannung zuständig ist. Der Körper schaltet dabei spürbar um. Die Atmung wird ruhiger. Der Puls darf sinken. Stresshormone werden reduziert.
Auch auf emotionaler Ebene geschieht etwas Wertvolles: Im Fühlen und Spüren verbinden wir uns mit uns selbst und unserer Umgebung. Wir nehmen wahr, was gerade ist. Wir kommen wieder mehr bei uns an. All das bringt Energie wieder ins Fließen. Ganz ohne Anstrengung. Ganz ohne Druck.
WIEDER INS FÜHLEN KOMMEN
Doch wie kommen wir in unserer schnellen, oft lauten Welt wieder mehr in den Fühlmodus?
Die gute Nachricht: Achtsames Fühlen lässt sich üben. Kleine Rituale und bewusste Auszeiten im Alltag helfen dabe:
- Yoga bringt Körper, Atem und Geist in Einklang
- Meditation und Entspannungstechniken fördern Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung
- Naturerleben entschleunigt: Ein Waldspaziergang erdet und klärt
- Stille zulassen – und sich auch einmal Nichtstun erlauben
Auch ein Aufenthalt im warmen Thermalwasser kann dabei helfen, wieder bewusster zu spüren. Im Heilthermen Resort Bad Waltersdorf verbinden sich Wasser, Wärme, Ruhe und Natur zu einer Auszeit, die Körper und Sinne sanft berührt.
GÄSTE UND MITARBEITER – WIE UND WO SIE SICH AM BESTEN SPÜREN
Beim Yoga gelingt es mir, den Alltagsstress einfach abzuschütteln. Die Mischung aus Kraft- und Dehnübungen und ruhigem Atmen lässt mich meinen Körper bewusst spüren. Ich komme ganz im Moment an.
– Petra Sauer, Hotelgast aus Wien
Mein Lieblingsplatz ist das Gymnastikbecken in der Therme. Ich genieße die besondere Stimmung in diesem schönen Ambiente. Das Thermalwasser tut mir einfach gut.
– Werner Hofer, Thermengast aus Pinggau
Ganz klar: beim Tanzen. Musik jeder Art bringt mich in einen ruhigen, gelösten Zustand. Dann vergesse ich alles um mich herum.
– Liselotte Meier, Hotelgast aus Graz-Umgebung
Beim Barfußgehen auf der Wiese und im Wald spüre ich die verschiedenen Untergründe. Dazu genieße ich die Ruhe und den Duft von Bäumen und Blumen im Hotel- und Thermengarten.
– Kathrin Perner, Mitarbeiterin Marketing